Nachdem ich gestern bis auf 30 km an Nizza rangekommen bin, war der südlichste Punkt der Rundreise erreicht, und es ging wieder nach Norden. Die Nacht hatte ich in Barcelonnette verbracht, fast dort, wo die Tagesetappe gestern startete. Das Hotel war auf 1.600 Meter Höhe, die Nacht hatte es noch etwas geregnet, und als ich um 07:15 startete, war das Bergdorf in den Wolken. In Barcelonnette fand ich diesmal sehr schnell ein Kaffee („Bar-Tabac“), und konnte also die Tagestour mit Koffein starten. Es ging nach Westen, die Morgenstimmung zeigte erste helle Flecken:

Der Weg ging durch dieses Wolken-Tor:

Ich hatte für diesen Tag eine Alternativroute geplant, die ich dann auch genommen habe, um die breite aber bevölkerte Route National zu meiden. Es ging über so klangvolle Pässe wie „Col de Sarraut“, „Col du Chateau“ und „Col de la Sauce“, ein Stück südlich von Gap und der Nationalstraße. Wiederum sehr sehr einsame Straßen, aber noch recht frisch, eine Bushaltestelle habe ich als Umkleidekabine genutzt und mir ein wärmendes Beinkleid angezogen.

Die Gegend ist berühmt für seine Apfelplantagen:

Hier gibt es angeblich über 300 Sonnentage im Jahr (in Worten: Dreihundert!), durch die Höhenlage dieser Täler (so zwischen 500 und 1000 Meter) schön kühle Nächte (und kühle Morgende).
Diese Äpfel

haben eine geschützte Herkunftsbezeichnung „Pommes des Alpes de Haut Durance“ und haben das IPG-Label (Indication Géographic Protégée).
Und sind tatsächlich lekker, einer dieser Äpfel hat es in meinen Tankrucksack geschafft.

Zwischendurch bin ich durch ein Dorf gekommen, das tatsächlich mit einem kleinen Kaff bei mir in der Nähe eine „Städtepartnerschaft“ hat:

Später wurden die Berge wieder rot, aber so angeknabbert, ob das Bergbau ist oder Zufall, konnte ich nicht ermitteln:

Und Schluchten, ja das können sie hier in Frankreich:

Nochmal:

Ich bin diesmal nicht durchs Vercor, sonder östlich davon nach Norden, aber die beeindruckenden Felswände „von außen“ sind auch eindrucksvoll:

Es war immer noch kühl, meist bewölkt, erst am Nachmittag kam die Sonne und die Wärme. Bin an Grenoble vorbei und bei der Umfahrung auf der Autobahn ist mir aufgefallen, dass ich die letzten 250 Kilometer keine Tankstelle gesehen hatte. KEINE. Zum Glück war da an der Autobahn eine Total-Tankstelle. Warum Total? Die haben Ende August 2026 angekündigt, wegen der katastrophalen Spritpreisentwicklung durch die bekannten geopolitischen Spannungen den E10-Sprit auf 1.99 € zu begrenzen. Und das ist keine staatliche Maßnahme, also keine „Spritpreisbremse“ wie es sie mal bei uns gab (und an dem sich die deutschen Benzinverkäufer eine goldene Nase verdient haben), sondern eine freiwillige, unternehmensinterne Preisbremse von Total Energies. Wäre mal ein Vorschlag für ARAL, oder?
Jedenfalls schaue ich halt immer nach Total-Tankstellen Ausschau, und da dieser Festpreis auch für Autobahntankstellen gilt, konnte ich an der Autobahn an Grenoble vorbei wieder auffüllen. Das klappt aber nicht immer: Auf der Gegenrichtung war der E10 schon leer, und übers Land sind mir etliche Total-Tankstellen aufgefallen, die entweder keinen Diesel mehr hatten (den haben die auf 2.25 € begrenzt), oder kein E10.
Weit oberhalb von Grenoble habe ich dann ein ruhiges feines Hotel bezogen, etwas besser als die letzten beiden Nächte, mit eigenem Balkon und schöner Aussicht:

Die Tagesstatistik:

War ein langer Tag…