Hoch hinaus

Die Nacht in der Blockhütte war ok, ich hörte ab und zu draußen den Regen prasseln. Morgens um 7 tröpfelte es noch leise, aber die Wetterapp versprach Trockenheit in einer halben Stunde, dann aber auch nur für 2 Stunden. Also Regenkombi an (meine wirklich geliebte TucanoUrbano Nano Rain), und in sehr früher Dämmerung los. Die Straßen waren leer, den Aufstieg auf den Col de Bonette hatte ich ganz für mich allein.

Im Hintergrund ein altes Militärfort, zur Bewachung der Grenze zu Italien in den Bergen. Daneben finden sich auch noch einige Bunker aus der Maginot-Linie, die am Wegesrand einen morbiden Charme versprühen.

Ganz oben auf der höchsten asphaltierten Straße der Alpen, ganz allein:

Die Sonne kommt von links, wie man am langen Schatten sehen kann. 2802 Meter über Meereshöhe. Es war ein traumhafter Aufstieg, tolle Strecke, gute Straße, keine Langeweile, irre Landschaft. Eine Empfehlung, vor allem um diese Uhrzeit.

Der drohende und nahende Regen da rechts, aber ich fahre ins Licht:

Echt abgefahrene Stimmung, so ganz allein dort oben in den Bergen, und die Sonne voraus:

Aber am Ende war ich 2.5 Stunden unterwegs, um einen Kaffee zu finden. Die Gegend ist dünn besiedelt, um die Uhrzeit hat noch nicht viel auf, und in den paar Bergdörfern ist alles zu, offensichtlich dauerhaft. Dann, es war so gegen 10:00, am Ende einer langen Talstrecke, endlich ein kleines Dorf mit einem Café direkt an der Straße, hell erleuchtet, Leute an den Tischen. Endlich ein Kaffee, ein Sandwich, und auf Toilette gehen. Als ich zurückkam, regnete es heftig. Das war die Wolke, die die Wetterapp angekündigt hatte. Wie passend, ich habe die halbe Stunde gefrühstückt, den Regen abgewartet, und bin dann weiter.

Habe einen kleinen Teil der Tageetappe abgekürzt, weil auf nasser Straße und engen Passstraßen bleibt der Spaß etwas zurück. Als es nur noch 30 Kilometer nach Nizza waren, bin ich rechts abgebogen und ein Stück westwärts. Eine wiederum sehr einsame Bergstraße, die sich an einem Kamm entlangschlängelte. 2 Stunden nur 2 Gang, eine Kurve nach der anderen, und ab und zu ein Blick auf ein Bergdorf:

Mal wieder eine Burg:

Dann ging es durch die Schlucht „Daluis“, berühmt für seine roten Felsen. Nur auf ein paar Kilometer, aber beeindrucken.

Und ein Blick in die Tiefe, auch wenn das auf dem Foto nicht so rüberkommt:

Die Auffahrt zum Col de Cayolle, um nach Barcelonette zu kommen, war noch ganz nett, aber die Abfahrt nach Norden keine Empfehlung. Eng, sehr wellig, „Chaussée deformée“, aber total.

Bin dann hinter zwei Franzosen (auf GS…) hinterher gehoppelt, die fuhren ein gemütliches Tempo und außerdem, die Straße war ja eng, würden der Gegenverkehr die zuerst finden…

Heute etwas kürzeres Programm, aber dafür etwas zeitiger in einem Hotel untergekommen, draußen regnet es (wohl auch die Nacht), aber morgen soll wieder trocken sein.

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