Bella Italia

Da stehst du extra früh auf, um als erster, oder zumindest als einer der Ersten, die Rennstrecke mit den 21 Kahren nach Alpe D’Huez hochzujagen, und dann sind schon alle Pendler auf dem Weg da hoch. Wunderschön breit, locker im 2. Gang auf der Raste, echt tolle Strecke. Die ersten Pendler habe ich nach den Kehren schnappen können, die Straße ist ja breit und bis zur nächsten Kehre ist es weit genug. Aber das Bergvolk hier, das weiß Pässe zu nehmen, die schenken einem nix. Selbst die Handwerker-Sprinter ziehen ab, als gäbe es eine spezielle 5 Liter V8-Bergrennen-Version von den Dingern, da konnte ich entspannt die letzten Kehren dahinter bleiben.

Das Kaff selbst ist ein Ski-Ort mit seinem besonderen Charme:

Von dort aus geht es über eine wirklich kleine und schmale Straße nach Osten, Col de Sarenne. Über der Waldgrenze, die Sonne immer wieder tief über den Bergen (Merke: Keine gute Idee, morgens eine Stunde lang nach Osten fahren).

Und in diesen einsamen Bergen (ein einziges Motorrad habe ich gesehen) mal wieder eine Zwangspause:

Die Morgenstimmung war wundervoll:

Dann kam ich nach Briancon, dort hatte ich einen Fotostop bei der alten Zidatelle eingeplant.

Weltkulturerbe, ummauert die höchste Stadt Europas (13.26 Meter) an der Grenze zu Italien, zwischen 1692 und 1734 gebaut. Die Stadt war schon zu Römerzeiten eine wichtige Station auf dem Weg über die Alpen. Innerhalb der 3 km langen Mauer ist die alte Altstadt:

Ich war vor 10 da und hatte Mühe, einen Kaffee zu finden, war alles noch sehr geschlossen.

Von Briancon ging es durch ein breites Tal nach Osten, leichtes Geschlängel, Traumstrecke und ein wenig Tempo machen. Dann der Aufstieg zum Col d’Izoard. Auch den Radfahrern bekannt, waren auch etliche dort.

Unten im Tal dann noch ein Fotostop, hat mich eine halbe Stunde gekostet, diese Burg ohne den Baukran auf der anderen Seite zu fotografieren:

Das Fort „Queyras“ ist auch einer der Grenzbefestigungen nach Italien aus dem 18. Jahrhundert.

Weiter ging es nach Italien

zum Col d’Agnel

Da war ich schonmal, aber das Wetter war damals deutlich schlechter:

Nun war ich also in Italien, und das merkt man sehr schnell:

Italien, das Land der Mafia, und natürlich auch das Land der Schilder-Mafia:

Aber die Landschaft ist die gleiche, sehr schöne Strecke.

Geschlängel ins Tal hinab:

Dann ging es eine sehr kleine Straße nach Süden auf den Col di Sampeyre, das war noch soweit in Ordnung, da strahlt er noch:

Und dann hatte ich noch ein paar weitere kleine Pässe geplant, die waren aber so eng, hubbelig, ruppig, stellenweise echter Schotter (plus Kehren), das hat nicht wirklich Spaß gemacht.

Nur die Aussicht war, wenn man mal den Blick von der Straße nehmen konnte, schön.

Einmal huschte ein moppeliger Fellbrocken über die Straße und bliebt tatsächlich solange sitzen, bis ich es fotografieren konnte:

Aber ansonsten war diese Schleife keine gute Idee, nur das lange Tal zurück nach Frankreich hat dann wieder Spaß gemacht, sehr breit ausgebaut, sanfte Kurven, weite Tornantes, mit Schwung alles zu fahren.

Nur war 16 Kilometer vor meinem Tagesziel die Straße gesperrt, Unfall, es staute sich schon ordentlich, und es sollte noch mindestens eine oder zwei Stunden dauern. Da war es schon nach 4, ich wollte ein Bett. Nur hier in diesem Tal gab es nur eine Pension, die war naturgemäß ausgebucht, und so bin ich auf einem Campingplatz gelandet. Ich habe ja sogar Campingsachen dabei, aber ein Blick auf die Wetterapp hat mich dann nach einer Hütte fragen lassen: Es soll die Nacht regnen.

Und während ich auf der Terrasse sitze und den Block schreibe, habe ich Besucher:

Die Tagestatistik:

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