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Wie in den anderen Touren-Blogs zuerst die Frage: Warum wieder Marokko? Warum jetzt? Warum mit dem Auto? Und wieso ein Autotour-Blog auf der Seite „mopedtour“?

Die erste Frage ist einfach zu beantworten: Marokko ist ein super Reiseland, ich fahre da gern und häufig hin, es gibt immer wieder was Neues zu entdecken. Und November ist eine gute Reisezeit, low season, aber noch besseres Wetter als bei uns. Und Auto ist deutlich entspannter als mit dem Motorrad. Keine Einschränkung mit den Klamotten, Kombi vollgeladen, Musik einschalten, Klimaanlage an. Ist mal was anderes. Endlich mal den Norden sehen, den ich ja nur von früher aus den Rallyes kenne, aber da ist a) die Erinnerung schwach, und b) gilt der Blick bei einer Rallye für die nächsten 100 Meter geradeaus, und kein Meter links oder rechts. Vom Land sieht man bei einer Rallye nix. Und zur letzten Frage: Habe halt keinen anderen Reiseblog…

Die Fähre kostet halt ne Woche (2 Tage Fähre pro Richtung, 2 Tage An/Abfahrt), aber wenn so eine Tour, dann halt möglichst lange im Land. Und die Fähren fahren nun nicht alle Tage, der Fahrplan legt die Gesamtdauer fest.

Für die Anfahrt zum Hafen nach Südfrankreich, nach Seté, haben wir eine Übernachtung in Avignon eingeplant, denn bis 16:00 am Hafen sein (bei knapp 1.200 Kilometer) hätte eine Abfahrt mitten in der Nacht erfordert und den Stress tun wir uns im Alter nicht mehr an. Außerdem ist Avignon eine interessante Stadt.

Eines der wenigen, meiner Recherche nach das einzige, Hotel innerhalb der Altstadtmauern ist ein ehemaliges Kloster mit eindrucksvollen Innenhof:

Die Zimmer sind ehemalige Mönchszellen, vermutlich heute deutlich besser ausgestattet als damals. Und hinter dem Kloster ist der private Parkplatz.

Keine 10 Minuten zu Fuß ist der Papstpalast entfernt:

Bischen weitwinkelig, aber das Teil ist auch breit. Knapp 700 Jahre alt, und symbolisiert naturgemäß Macht und Reichtum. Eintritt 9 €.

Es gibt auch einsame und dunkle Ecken in der Stadt, aber mit motivierten Jazz-Musikern:

Am nächsten Tag dann völlig entspannt nach Seté gefahren, früh am Hafen (und doch beinahe die letzten), und ab ins Schiff:

Der Hafen ist sehr klein, deutlich weniger Gewusel als in Genua.

Was nicht fehlen darf auf einer Fähre nach Marokko: Kinderfahrräder und/oder Reifen und/oder Rollstühle auf dem Dachgepäckträger.

An Board gepflegte Langeweile, die Bars nicht sehr gefüllt, aber für „local people watching“ hat es gereicht. Sind ja viele Marokkaner an Board, die mit ihren vollgepackten Mercedes Sprintern die zivilisatorischen Reichtümer aus Westeuropa in ihre Heimat fahren und dort verkaufen. Das ist alles gut organisiert, diese Leute nehmen Bestellungen aus ihren Dörfern auf und gehen in Europa gezielt über die Flohmärkte und kaufen Kühlschränke, Bettdecken, Fahrräder, allerlei elektrische Haushaltsgeräte und sonstigen Kram. Gibt noch kein „kleinanzeigen“ in Marokko. Für die ist die Fähre keine Urlaubsfahrt, sondern ein Pendelbus, der möglichst günstig sein muss, und so schlafen sie halt hier und da in Ecken in den Gängen oder auf den Sofas in der Bar, verpflegen sich aus Kühlboxen und sparen sich 3,70 € für eine Dose Cola.

Das ist nicht die Straße von Hormuz, aber hier warten auch eine Menge Schiffe.

Ein Sonnenaufgang aus der Kabine heraus:

In der Straße von Gibraltar ist wieder einiges los:

Noch bei Tageslicht sind wir in Tanger Med angekommen, aber es hat natürlich 3 Stunden gedauert, bis wir draußen waren. Die Excellent ist keine „RoRo“-Fähre, sondern eine „FILO“-Fähre: First in, Last out. Ein ewiges Gekurbel, Wenden, steile Rampen, das war nicht jedermanns Sache. Aber dann endlich raus.

Den berühmten kleinen Zettel für das Auto, kann man sich schon im Schiff besorgen, mussten wir dreimal zeigen, den Pass nur einmal. Aber den Kofferraum wollte ein Zöllner dann doch mal geöffnet sehen, und ausgerechnet Birgits kleiner Hotelkoffer. Er hat nur maximal zwei Sekunden gebraucht, um zu sagen „ok ok ok“, und weg war er.

Die Fahrt zum Hotel war einfach, ein Stück die Autobahn entlang, das Hotel ist recht neu und offensichtlich für Schiffspassagiere, nur Europäer auf dem bewachten Parkplatz. Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, nur ein kleines Casablanca-Bier kostet 4.50 €, aber der Rest absolut ok. Nur der Herr auf dem Bild über unserem Tisch blickt etwas streng:

Morgen geht es dann im Regen (hört übermorgen auf) nach Chefchaouen.

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