Der (bislang) härteste Tag

Wie einst vor drei Jahren hatte ich das Zelt nach Osten zum Sonnenaufgang ausgerichtet.  Und es war wieder ein Erlebnis.

Sonnenaufgang I
Sonnenaufgang II

Zum Frühstück gab es gebratene Restnudeln vom Abendessen mit Ei überbacken,  wurde aufgrund der Ideengeberin „Carry-Ei“ genannt. Dann das immer kompliziertere Tetris:

Kisten packen und einpacken
Campingsachen kommen aufs Dach

Die geplante Strecke durch den Lac Irici war nicht befahrbar, da der See diesmal tatsächlich da war. Im Hintergrund sieht man hoffentlich das Wasser glitzern.

Mann vor See

Der Weg dahin war sehr matschig,  deswegen zu Fuß.

Wattwanderung
Wattwanderung

So sieht Sand aus, wenn er mal unter Wasser stand und dann schnell getrocknet ist. Wie Tonscherben, nur zerbröseln sie leichten Knacken. Macht Spaß da drüber zu fahren. Noch. Da wussten wir nicht, was noch kommt.

Getrockneter Sand

Die ursprünglichen Pisten sind durch den Regen kaum zu sehen und auch nicht sehr ausgeprägt,  so ging es großteils über freies Fahren über freies Gelände zu einer kleinen Ansiedlung,  um dort nach einer Cola zu schauen.

Das Dorf

Von dort fuhr uns ein Guide zum Restaurant Titanic, das angeblich nicht anzufahren sei wegen Wasser,  aber der Weg dorthin war soweit getrocknet, dass es einigermaßen ging. Dort gab es dann die Cola.

Vom dort ist die 1-Zylindergruppe in Erg Cheggaga gefahren….

Böse weicher verspurter Sand, alle 2 Kilometer Pause.

Jeder Baum zur Pause nutzen

Das Thermometer an meinem Motorrad zeigte zwischen 36 und 41 Grad,  die Wassertemperatur zeigte schon nix mehr an, dafür habe ich das erste Mal das rote Warnlämpchen für Überhitzung leuchten sehen. Bei den anderen KTMs aber auch.

Das war alles sehr sehr anstrengend,  aber immerhin bin ich nicht gestürzt und habe das Trauma vom vor 3 Jahren überwunden. Bin ordentlich im 2 und 3 Gang mit Arsch auf der Hecktasche und viel Gas durch das Verspurte gefahren.

Nach 10 Kilometer hat Markus abgebrochen, da es zu anstrengend war und wir noch 30 Kilometer vor uns gehabt hätten. Daher quer durch die Dünen nach Norden auf die Piste, die nicht weniger anstrengend war weil völlig und absolut durch die Regenfälle der letzten Wochen zerstört.

Üble Piste

Nach ein paar schweren steinigen kleinen trockenen Bachbetten ist eine aus der Gruppe wegen Erschöpfung ausgestiegen,  sie konnte keinen Meter mehr fahren. Nach kurzer Diskussion wurde das Motorrad am Wegesrand geparkt und sie ins Begleitfahrzeug gepackt.

10 Kilometer weitet ein scheinbar unüberwindliches Hinderniss: ein ebenfalls durch den Regen völlig ausgewaschenes und nunmehr trockenes Flussbett,  Kopfgroße Steine, vielleicht 80 oder 100 Meter.

Da müssen wir durch

Zuerst haben wir nach einer Umfahrung gesucht und keine gefunden,  dann hat Markus mit der 2-Zylindergruppe per Satellit telefoniert. Die haben die Motorräder nebendran gehend da durch geschoben. Markus meinte, mit etwas Mut und Schwung geht es, und so habe ich es dann auch gemacht. Scheiss auf die Kupplung, mit viel Gas und Kupplung im 1. Gang bin ich da durch gehoppelt und war stolz wie Bolle. Selbst Markus war begeistert. Eine andere Teilnehmerin war auch erschöpft genug für die ganz harten Teile, Markus hat ihr Motorrad durchgefahren.

Steinmeer von der anderen Seite
Gary hat es auch geschafft

Kurz danach ist der Nächste ausgefallen, Überhitzung im Körper, Puls am Anschlag. Moped am Rand geparkt, und Bruno hat dann Shuttle Service gemacht und die Leute einzeln ins nächste „Dorf“ (Oumlia) gefahren.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang sind wir dann in Oumlia nicht nur zu einer Cola eingekehrt, sondern zur Übernachtung bei „Camping chez Hassan“

Unsere Rettung

Zur Begrüßung gab es Kopfwäsche:

Und Hassan hat sich sichtbar über die Kundschaft gefreut:

Dieser Tag war tatsächlich härter als der Montag der Bosnia Rallye.

Abends wurde noch hektisch telefoniert, um einen Pickup zu organisieren, die zwei Motorräder zu bergen.  Aber erst am nächsten Morgen.

Die Zeit in Fahrt und in Pause zeigen das Drama

Die Nacht haben wir auf Matratzen im „Gastraum“ verbracht,  da habe ich sehr gut geschlafen.

Schlaflager

Der Pickup kam tatsächlich am Morgen zum Sonnenaufgang,

nach langen Debatten und Verhandlungen sind 3 Locals und Gary losgefahren.

Hoffentlich „Auf Wiedersehen“

Zum Zeitpunkt der  Veröffentlichung dieses Beitrags sind sie noch nicht wiedergekommen,  also stayed tuned.

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