Traktionskontrolle

Technologie kann ja Segen und Fluch sein. Letzteres, wenn sie nicht zweckgemäß eingesetzt wird.

Die Traktionskontrolle verhindert ja das Durchdrehen des Hinterrades, und es gibt viele Situationen, in denen das sehr hilfreich sein kann. Aber eben auch Momente, wo nur ein frei von elektronischer Einschränkung drehendes Hinterrad hilft. Und das ist z.B., wenn es einen schmalen steilen Weg hinaufgeht, und unter dem Schotter schlüpfriger Schlamm wartet. Da kannst du den Gashahn aufziehen bis zum Anschlag, die Elektronik dreht ihn wieder zu, in ihrer Verzweiflung bis zum Stillstand des Hinterrades. Und da der Berg sehr steil und ein kontrolliertes Parken nicht möglich war, hilft nur kontrolliertes Abrollen.

Hier sieht es sehr eben aus, aber das täuscht leider.

Zurück ging es nur im Rückwärtsgang, ein Aufsatteln und neuer Start ohne Traktionskontrolle wäre nicht möglich gewesen, viel zu steil.

Bremsen nur mit der Kupplung, das blockierte Vorderrad rutschte einfach den Hang hinab.

Ansonsten war der erste Tag sehr schön, 250 Kilometer, davon zum Einstieg nur ca. 20 Prozent Offroad. Und mit deaktivierter Traktionskontrolle hat es auf Schotterwegen auch Spaß gemacht, so gaaanz vorsichtig mit dem Heck zu schwänzeln.

Ein Fotohighlight mitten im Wald war diese….hm, Brücke war es nicht, irgendein Gemäuer über einem Wasserfall.

Groß genug um dort drin zu parken.

Das zugehörige Tal:

Schöne Hügel und Täler, böse Zungen würden sagen „wie im Spessart“ …

Dann haben wir noch drei Dänen getroffen, die mit schweren Werkzeug den TET bis Kroatien fahren wollen (KTM 1090, Ducati Desert X, Ténéré). Die haben bestimmt an der gleichen Stelle gekniffen wie wir, als wir später im Wald einen noch steileren und noch engeren Aufstieg vor uns hatten.

Die Umfahrung war nicht viel besser, einige Male mussten wir umdrehen und über den gleiche Hof an der gleichen alten Frau zurück fahren.

Beim ersten Appartement, das ich über booking gebucht hatte, trafen wir auf drei französische Radfahrer, die wohl etwas früher gebucht und dann doch storniert und dann doch gekommen sind, die Hauswirtin war sichtlich verzweifelt ob der Doppelbelegung und sie wollte uns schon ihr Schlafzimmer anbieten. Da haben wir dann doch abgewunken und ein paar Kilometer weiter ein anderes Appartement gefunden. Hotels gibt’s hier nicht, Restaurants irgendwie auch nicht (gab nach langer Suche nur einen Burger), dafür ist der Sprit billiger als der Diesel, 1.38 Euro für E10 ist sehr nett.

Morgen werden wir uns einen „technical part“ sparen und weiter mehr Urlaub als harte Arbeit machen.

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  1. Avatar von Andreas Andreas sagt:

    Kommt bloß ohne weitere Blessuren wieder heim, ihr Hellraiser 😉

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