Wie auch schon bei anderen Touren, die ich hier dokumentiere, darf ich erzählen, wieso ich auf diese Balkan-Tour gekommen bin.
Es war einmal….
Ja, es war vor langer Zeit, ist auch schon an anderer Stelle mal erwähnt, es war 2019, als ein Freund mit seinem Kumpel zu einer wirklich langen Tour aufgebrochen ist: Seidenstraße. Da hatte ich gerade frisch die AfricaTwin, und die Idee war, mit den beiden bis Istanbul mitzufahren, und von dort allein über Bulgarien/Rumänien/Ungarn wieder zurück. Drei Tage, bevor es losging, hat mich ein geplatzter Vorderreifen leider vom Bock geholt, diese meine erste Tour war gestorben. Seitdem bin ich etliche Touren gefahren, aber nachzuholen, was damals leider nicht geklappt hat, ging mir immer und immer wieder durch den Kopf.
Und irgendwie hat es sich dieses Jahr ergeben, dass ich zumindest 2 Wochen los kann. Zu wenig für die komplette Tour, aber ich habe sie (hoffentlich) soweit gekürzt, dass es in 16 Tagen zu fahren ist.

Anfahrt bis Slowenien halt über Autobahn, und dann ein paar schöne Nebenstraßen durch Slowenien. In Kroatien dann wenigstens einen Teil an der berühmten Magistrale, die Küstenstraße, entlang. Kurzer Abstecher nach Bosnien, dann in den Norden von Montenegro durch einen tollen Nationalpark mit wohl traumhaften Straßen. In Albanien gibt es viel mehr Offroad, aber etliche schöne Bergstrecken sollen gut asphaltiert sein. Dann die Abkürzung: Nicht nach Griechenland und Türkei, sondern quer durch Mazedonien nach Bulgarien. Dort im Süden auch sehr schöne Berge und Täler und einsame Strecken. In Rumänien darf die Karpeten-Überquerung über die Transfagarasan nicht fehlen. Die Weltkulturhauptstadt (2023) „Timisoara“ ist wohl ein ein Muss. Ungarn werde ich schnurstracks auf der Autobahn durchqueren, dem Spacken Orban lasse ich kein Cent da. Damit es dann etwas schneller weitergeht eine kurze Querung durch Österreich, und dann nochmal durch den tschechischen Böhmerwald (war ich schonmal mit Sozia, echt schön), und dann übers Frankenland und Autobahn wieder heim.
Soweit der Plan.
Die Routenplanung mit Basecamp hat viel Zeit gekostet, aber auch Spaß gemacht, die vielen Grenzübergänge haben mich genötigt, mal in einer Tabelle zu notieren, was da alles auf mich zukommt:

Verschiedene Währungen, Wechsel von EU-Land in Nicht-EU-Land, und nicht überall Internet mit meinem Vodafone-Vertrag. Habe aber einen esim-Anbieter gefunden, der all diese Länder abdeckt. Kartenzahlung meistens möglich, aber pro Land lokale Währung in bar empfiehlt sich, da wohl nicht jede Tankstelle und Pension Kartenzahlung anbieten. Das gibt einen dicken Geldbeutel, und die nicht genutzten lokalen Scheine werden irgendwo als Souvenir verstaut…
Mit Englisch kommt man wohl weit, ebenso mit Deutsch, aber es wird wohl viel Arbeit für den Google-Übersetzer geben. Die jeweiligen Landessprachen habe ich mal runtergeladen, damit die Übersetzung auch ohne Empfang funktioniert.
Tornado ist vorbereitet, frische Schluffen, neues Öl und Bremsbeläge, und endlich mal eine USB-Dose zum Laden des Handy während der Fahrt. In den linken Koffer passt die komplette Camping-Ausstattung (Zelt, Schlafsack, Matte, Helinox-Stuhl), ein paar Übernachtungen auf Campingplätzen sind zumindest mal eingeplant. Ansonsten im rechten Koffer alles für den Abend und die Nacht, im Topcase Werkzeug und Laptop. Einen etwas größeren Tankrucksack habe ich mir noch besorgt, da ist dann die Regenkombi und die Trinkblase drin und alles, was man tagsüber so braucht.
Übernachtungen werden spontan gebucht, weil ich ja nie weiß, wie weit ich an einem Tag komme. In der Vergangenheit (TET Slowenien) hat das gut geklappt, auch wenn es in diesen Regionen wesentlich mehr „Ferienwohnungen“ gibt als Hotels. Das wird spannend.
Also, landschaftlich und fahrerisch soll das eine tolle Tour werden, ich werde berichten.