Das mit der stabilen Hochdrucklage im Frühling klappt auch hier in der Toskana nicht, heute waren vermehrt durchziehende Regenwolken in der Wetterapp vorhergesagt.
Also sind wir die Museen, die bei schönen Wetter ohnehin umfahren worden wären, angefahren.
Als erstes wollten wir in das „Manicomio“ in Volterra, eine ehemalige Irrenanstalt mit schlechtem Ruf. Es wurde 1888 in einem ehemaligen Konvent gegründet und avancierte in den 50-er und 60-er Jahren zum größten „Irrenhaus“ in Italien, mit den damals wenig zimperlichen Methoden (Elektroschocks, Insulin-indiziertes Koma, Test mit Giftstoffen, Zwangseinweisung von politisch unbequemen Menschen). 1978 wurde es dann geschlossen und wurde dem Verfall übergeben. Es gibt wohl Führungen durch diesen „lost place“, aber auf der Webseite kann die Buchung nicht abgeschlossen werden, vor Ort erfuhr ich, dass wohl am Wochenende eine Führung möglich ist.


Ich habe dann noch ein anderes verfallenes Gebäude gefunden, das nur unzureichend gesichert war.






Der ganze Hügel mit vielen verlassenen Gebäuden war doch recht gruselig, wird aber noch belebt:

Weiter unten am Hang gibt es eine aktive Psychiatrische Klinik, aber die ganze Stimmung dort war so Steven King, dass wir dann schnell wieder weiter sind.
In Volterra selbst, eine sehr schöne historische Altstadt, sind wir in einen Palazzo di Irgendwer gegangen

und haben die Stimmung der Reichen (und nicht immer Schönen) aufgenommen:

Der spätere Besitzer des Palazzo hat in Alabaster gemacht (ist dort in Volterra schwer angesagt) und damit ein Vermögen erwirtschaftet. Dieser „Leuchter“ ist komplett aus diesem „Gips“:

Und Näpfe haben die damals gesammelt:


Um die Ecke gab es eine Alabaster-Werkstatt, dort konnte man live beim Schleifen und Feilen an diesem Gips zuschauen, und auch die weniger geglückten Ergebnisse sehen:



Dann haben wir es tatsächlich in eine Pizzeria eines ehemaligen Motorradrennfahrers geschafft (die meisten Pizzerien waren, warum auch immer, geschlossen)


Von dort war es eine knappe Stunde in eines der größten Motorradmuseen in Italien: Ins „Piaggio Museo“ in Pontedera (eine weitere Fotostrecke gibt es hier).
Natürlich viel Vespa dort:








Und wie schon im Guzzi-Museum musste ich mich kurz an den Originalschreibtisch des Vespa-Erfinders Corradino D’Ascanio setzen

und ein bisschen die Planung anpassen

da, wie in der Original Patentanmeldung zu sehen ist, der USB-Port am Lenker fehlt:

Guzzi gehört ja mittlerweile auch zum Piaggio Konzern, deswegen gab es hier auch ein paar zu sehen, hier ein besonders schnittiges Custom-Modell:

Von dort aus ging es über einen COOP zur Versorgung des Abends wieder ins Basecamp.
Ich drücke euch beide Daumen für besseres Wetter. Ab morgen wird’s besser. Bestimmt ☀️
LikeLike
Italien ein Land der Zweiräder. Aktuell scheinen die Fahrräder vorne zu liegen, wie du schreibst.
Die weißen Straßen sind häufig nicht asphaltiert. Wäre da die African Twin nicht die erste Wahl?
LikeLike