Wie alles anfing

In den Tiefen dieses Blogs ist irgendwo der Urknall für die Marokko-Tour zu finden, aber der Einfachheit halber (und um den ersten Beitrag für diese Tour zu füllen), hier nochmal in Kurzform:

  • Es begab sich Ende 2019, ich hatte mich gerade von meinem Crash auf der Autobahn soweit erholt, dass ich zwei Monate vorher, im Oktober 2019, meine „therapeutische“ Fahrt in die Vogesen erfolgreich abgeschlossen hatte, als ich mit Markus auf der Rückfahrt von einem Kundenbesuch in München im ICE Bistro saßen, tranken und ich überlegte, wohin ich denn in aller nächster Zukunft Motorrad fahren könne, nun, nachdem ich meine Ängste überwunden hatte (oder, um ehrlich zu sein, begonnen hatte, die Ängste zu überwinden).
  • Bis April kannste Europa vergessen, überall nur Scheisswetter“ , so er.
  • Aber was denn dann? “ Noch so viele Monde vorbeiziehen zu lassen, bis ich meine gerade erst frisch erworbene Kompetenz wieder einsetzen konnte?
  • Stille. Zwei Bier.
  • Dann komm im März mit nach Marokko“ , so er. Vergaß ich zu erwähnen, dass Markus damals unter anderem als Reiseleiter für einen renommierten Motorradreiseveranstalter arbeitete und bereits einige Male eine Enduro-Tour in Marokko leitete?
  • Kann ich denn da mitfahren?“ war die durchaus schlüssige nächste Frage. Gerade dem Tode entronnen und gerade mal vier Tage durch die Vogesen, und dann zwei Wochen Offroad durch Marokko? Hm.
  • Du schaffst das„. Nur das „Tschakka“ fehlte.

Und so buchte ich bei Overcross die Reise und begann, an der AfricaTwin zu feilen.

Und dann kam, was niemand so richtig wollte (außer der ein oder andere Verschwörungspraktiker): Corona.

Natürlich begann der Lockdown eine Woche vor Abreise, die Grenzen waren wieder Grenzen, Flug- und Fährverkehr nach Marokko wurden eingestellt, nix ging mehr. Seufzer, Ärger, Gutschein für den November 2020. Und dann kam, was niemand sich so richtig vorstellen wollte: Im November immer noch alles dicht, Marokko besonders dicht. Legendär die Bilder von gestrandeten Wohnmobilisten, die nicht mehr aus Marokko rauskamen.

Also Gutschein für März 2021. Es kam…. ok, schon klar.

In der Zwischenzeit, die ja hinreichend lang war, hatte Markus sein eigenes Reiseunternehmen „Endurado“ gegründet (in vielen langen weintrunkenen Nächten hatte ich ihm dabei gut zugeredet), und so buchte ich mich dann bei ihm ein. Wir waren ja schon gemeinsam in Kroatien unterwegs, wo ich erste (nein, zweite, denn vorher waren wir mit einigen Leuten in MeckPomm auf einem Endurotraining) Erfahrungen gesammelt hatte.

und nun endlich soll die Reise diesen November tatsächlich stattfinden. Nicht zu vergessen der kurze Plausch in 2020 über die Wahl des Motorrads: Sein Hinweis schon damals, die AfricaTwin sei ein doch schweres Eisen, und eine Probefahrt auf seiner KTM überzeugten mich, für solche Touren dann doch das passende Material zu besorgen, und so kam der Raptor ins Haus.

Da der Reiseveranstalter „Endurado“ seine Adresse nicht ganz zufällig in dem Haus hat in dem ich lebe, füllte sich in den letzten Tagen die Lounge mit den Motorrädern der Teilnehmer und allerlei anderem Kram.

Die Lounge ist nun echt nur noch Garage

Und das ganze noch etwas schöner:

Insgesamt sind 1 BMW X-Challenge, 1 Husky 501 (siehe Bild oben), 1 Honda CRF450, 3 KTM 690 und eine kleinere KTM 450 EXC dabei (soweit ich weiß). Also alles zwischen 100 und 150 Kilo, nix Schwermetall. GS-Fahrern werden wir wohl kaum begegnen.

Ursprünglich dachte ich, mit den Reifen fahren zu können, die ich für Kroatien aufgezogen hatte, aber der Reiseleiter kalkulierte bei meinem Fahrstil, dass schon die ersten paarhundert Kilometer Asphalt aus Marrakesch raus den Rest der Stollen wegradieren, und so kam ein neuer zorniger Schlappen nach hinten (vorne geht’s noch). Bei der Gelegenheit wurden hinten auch neue Bremsbeläge verbaut (die durch den Offroad-Dongle, der hinten das ABS abschaltet, auch einiges zu tun bekommen).

Damit geht’s über Stein und durch Sand.

Und meine Checkliste füllte sich auch:

Es sind rund 130 Positionen auf der Checkliste.

Naturgemäß hatte ich den meisten Kram, bin ja seit Ende 2019 vorbereitet, aber wenn es dann Ernst wird (und morgen geht der Hänger mit den Motorrädern und allen Klamotten vom Hof), dann fällt einem doch noch so das ein oder andere ein. Bis ich einen Cross-Helm mit passender Brille (für einen Brillenträger immer schwieriger) gefunden hatte, vergingen ein halbes Dutzend Besuche in den einschlägigen Geschäften (die, FCKCRN, alle mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen haben, und der einzige ernsthafte Enduro-Shop im Rhein-Main-Gebiet ist wegen Corona Pleite gegangen. Echt Schade), und dann kam der gewünschte und bestellte Helm am Tag vor der Abfahrt per Post doch noch an (gleichwohl die E-Mail zwei Tage vorher eine dreiwöchige Lieferverzögerung ankündigte).

Marokko ist ja nicht nur Wüste, sondern auch kalt, im Atlas-Gebirge stehen aktuell knappe 10 Grad Celsius in der WetterApp. Also einpacken wie bei einem Herbsturlaub in der Bretagne: Für alles gerüstet sein.

Besonders freue ich mich, in der Gegend vom Erg Chebbie meine alten Spuren durch die Wüste wiederzufinden, die ich einst mit dem Toyota auf der Tuareg-Rallye 2008 gefahren bin:

Bis dahin sind es noch ein paar Kilometer…

Der Hänger wird beladen, da müssen ja 7 Mopeds drauf:

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